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Haben klassische Armbanduhren noch eine Zukunft?

Für viele Menschen sind Armbanduhren nicht aus dem Alltag wegzudenken. Doch es gibt auch jene, die sich bewusst gegen eine klassische Uhr entscheiden. Für sie steht der Funktionsumfang von Smartwatches im Vordergrund. Andere haben sich gänzlich von Modellen am Handgelenk verabschiedet und verlassen sich lieber auf ihr Smartphone. Deshalb stellt sich die Frage, ob Armbanduhren noch eine Zukunft haben.

Digitalisierung verändert die Uhrenbranche

Die Trends der Zeit gehen auch an der Uhrenbranche nicht vorbei und damit unterliegt sie Veränderungen. Das zeigte sich bereits beim Aufkommen der ersten Armbanduhren. Während die Menschen zuvor Taschenuhren als mobile Zeitmesser zu schätzen gelernt hatten, waren es später Armbanduhren. Sie entwickelten sich zu einem modischen Accessoire, aber auch zu einem Statussymbol. Hochwertige Luxusuhren mit Gold, Diamanten und den vielfältigsten Komplikationen haben Sammlerwert und sind teils auch bei Anlegern beliebt. Lange Zeit gab es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Popularität von Armbanduhren nachlassen könnte. Sie waren schlichtweg konkurrenzlos und gehörten wie die Hose, der Pullover und die Jacke zum Outfit mit dazu. Und auch die Nachfrage nach Zeitmessern im Retro-Design scheint nicht dafür zu sprechen, dass die klassische Armbanduhr in der nächsten Zeit vom Markt verdrängt werden könnte.

Doch demgegenüber gibt es auch eine andere Entwicklung. Die Digitalisierung geht auch an der Uhrenbranche nicht vorbei. Während Smartwatches in der früheren Zeit noch nicht ernst genommen und von einigen sogar belächelt wurden, gelangen mittlerweile immer innovative Modelle auf den Markt. Sie sind mit Minicomputern ausgestattet und ermöglichen nicht nur das Ablesen der Uhrzeit, sondern bieten zugleich die Möglichkeit zu telefonieren, Nachrichten abzurufen, Fitnessdaten zu speichern, mobil zu bezahlen und vieles mehr. Aber auch das Smartphone wurde immer kleiner und leistungsstärker. Viele Menschen habe es in Beruf und Alltag immer mit dabei und nutzen es auch für einen gelegentlichen Check der Uhrzeit. Damit gelangt die klassische Armbanduhr bei vielen Menschen in den Hintergrund. Insbesondere junge Menschen scheinen immer weniger eine Uhr am Handgelenk zu tragen.

Video: Die Schweizer Uhrenindustrie und ihr Weg zum Welterfolg

Mechanische Uhren liegen im Trend

Doch für viele Menschen zählt die Armbanduhr trotz der Digitalisierung immer noch zum Standard. Für sie erscheint der Blick auf die Uhr am Handgelenk stilvoller. Das zeigt auch der Trend hin zu mechanischen Uhren. Jene Verbraucher schätzen die traditionelle Handwerkskunst und wünschen sich einen edlen und hochwertigen Zeitmesser. Insbesondere innerhalb der Schweizer Uhrenindustrie nehmen mechanische Uhren einen hohen Stellenwert ein. Denn viele Hersteller haben sie neben Quarzuhren im Sortiment.

Dennoch ist der Trend hin zu mehr Technik unverkennbar. Betroffen davon scheinen insbesondere Uhren im unteren und mittleren Preissegment zu sein. Innerhalb dieser Preisklasse entscheiden sich die Kunden immer öfter für eine Smartwatch. Einige Uhrenhersteller haben bereits dementsprechend reagiert und bieten spezielle Modelle mit Smartfunktion an. Das Besondere an diesen Uhren ist, dass sie wie reguläre Armbanduhren aussehen und dennoch mit einigen interessanten smarten Zusatzfunktionen ausgestattet sind.

Armbanduhren und Smartwatches haben ihre eigenen Vor- und Nachteile

Trotz Umsatzrückgänge bei einigen Herstellern gibt es immer noch viele Manufakturen, welche der Entwicklung gelassen entgegensehen. Denn auch klassische Armbanduhren bieten Nutzern einen Mehrwert. Eine handwerklich hergestellte Uhr kann sich als wahres Kunstwerk erweisen. Sie wird nach traditioneller Handwerkskunst gefertigt und wird oftmals als Statussymbol angesehen. Insbesondere Luxusuhren verfügen über diese Vorteile. Als Luxusobjekt am Handgelenk sind sie weitaus mehr als Zeitmesser. Viele Smartwatches werden hingegen in Massenanfertigung hergestellt und sind vergleichsweise kurz am Markt vertreten. Allerdings werden auch sie stetig weiterentwickelt und haben sich innerhalb kurzer Zeit von einem Nischenprodukt zu vielgenutzten Multifunktionsuhren entwickelt. Immer mehr Funktionen sollen den Alltag erleichtern, dazu zählt beispielsweise eine GPS-Funktion für die mobile Navigation oder der integrierte Fitnesstracker, welcher nicht nur gerne von Sportlern genutzt wird.

Aber anders als prunkvoll gestaltete Armbanduhren handelt es sich dabei eher nicht um Schmuckstücke. Die Funktion steht bei Smartwatches im Vordergrund. Es gibt jedoch auch Hersteller, welche ihre Smartwatches im klassischen Uhrendesign herausbringen. Smartwatches aus Edelstahl oder im edlen Chronographen-Design zählen bei einigen Herstellern längst zum Standard. Varianten mit drehbarer Lünette zur Funktionssteuerung ähneln den altbewährten Klassikern. Damit sind einige Modelle auf den ersten Blick nicht von einer regulären Armbanduhr zu unterscheiden. Andere setzen auf Wechselarmbänder in unterschiedlichen Farben und Designs.

Hersteller erweitern ihr Angebot

An diesen Entwicklungen zeigt sich, dass sich Hersteller von Armbanduhren sowie von Smartwatches gleichermaßen über die Veränderungen bewusst sind. Viele von ihnen begegnen diesen mit Neuerungen und versuchen, ihre Kollektionen an die Wünsche der Kunden anzupassen. Andere setzen gezielt auf die lange Tradition und die Handwerkskunst und bringen immer wieder Neuauflagen von legendären Uhren heraus. Letztendlich kann niemand vorhersagen, wie sich die Uhrenindustrie in der nächsten Zeit entwickeln wird. Damit bleibt abzuwarten, ob die neuen Trends die Klassiker am Markt verdrängen werden oder ob die konventionelle Armbanduhr auch in Zeiten von Smartphones und Smartwatches eine Zukunft haben wird. Denn letztendlich haben beiden Varianten ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Klassische Schweizer Uhren im Überblick:

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